Von der Cloud zum Fog | NETSCOUT

Von der Zweigstelle zum Rechenzentrum, von der Cloud zum Fog: Fragen, die Sie über Fog Computing stellen sollten
Dr. Jim Metzler, Principal – Ashton, Metzler & Associates


In den letzten zehn Jahren gab es mehrere Trends bezüglich der Zentralisierung von IT-Ressourcen. In den Mitt-2000-ern begannen viele IT-Organisationen, Anwendungen und Speicherung aus Zweigniederlassungen herauszunehmen und sie in zentralisierte Unternehmens-Rechenzentren zu verlegen. Einige Jahre später begannen viele Firmen, Anwendungen und Dienste von den öffentlichen Cloud-Anbietern wie Salesforce.com und Rackspace zu verwenden.

Der heißeste Trend im heutigen Networking ist das software-definierte Networking (SDN). Eine der Hauptvoraussetzungen von SDN ist es, die bisher in einzelnen Switchs und Routern verteilten Steuerungsinformationen im SDN-Kontroller zu zentralisieren.

So, sind wir in einer goldenen Ära der Zentralisierung? Möglicherweise ja, aber möglicherweise nein. Ich sage: möglicherweise nein, weil Cisco vor Kurzem das Konzept des Fog Computing eingeführt hat.  
Laut Cisco1 ist „das Fog Computing ein Paradigma, dass das Cloud Computing und die Dienste zum Rand des Netzwerks ausdehnt. Ähnlich der Cloud stellt der Fog Daten, Computing, Speicher und Anwendungsservice für die Benutzer bereit. Die Wesensmerkmale des Fog sind seine Nähe zu den Endbenutzern, seine dichte geographische Verteilung und sein Support für Mobilität. Dienste werden am Netzwerkrand oder sogar in den Endgeräten wie Set-Top-Boxes oder Zugangspunkten gehostet.“   

Wenn ich die Entwicklungsfähigkeit einer neuen Technologie oder Methode der Technologie-Implementierung auswerte, ist eine der ersten Fragen, die ich stelle: „Lösen diese ein Problem, für dessen Lösung die Menschen bereitwillig Geld ausgeben werden?“

Ciscos Ansicht ist, dass Fog Computing manche der Probleme lösen werden, die mit dem Internet of Everything (IoE) verbunden sind2. Bald werden wir zehn Milliarden intelligente Geräte haben, die Exabytes3  an konkreten Daten generieren und es ist nicht sehr sinnvoll, all diese Daten zu einer relativ kleinen Anzahl von zentralisierten Standorten in der Cloud zu senden.  

Der Gedanke ist, dass es sinnvoller ist, das wachsende Volumen an konkreten Daten in der Nähe zu verarbeiten, wo sie generiert werden. Ein Anwendungsfall, den Cisco zitiert, ist intelligente Ampeln, wo eine Videokamera die Blinklichter eines Einsatzfahrzeugs erfassen und die Ampel automatisch auf grün schalten kann, damit das Fahrzeug ungehindert über die Kreuzung fahren kann4.“

Niemand erwartet, dass Fog Computing das Cloud Computing ersetzen wird, es wird eher als Ergänzung gesehen. Zum Beispiel könnte eine Fog Computing-Plattform Echtzeit, konkrete Analytics und Prozesse unterstützen; und dann die Daten filtern und nur Daten zur Cloud verschieben, deren geographische und zeitliche Bedeutung global ist. Eine weitere Option wäre, dass nur Managementdaten zur Cloud gesendet würden.

Eine andere angemessene Frage ist: „Wie nahe sind wir daran, dass Fog Computing voll etabliert ist?“  

Zur Zeit muss die Antwort sein: nicht sehr nahe. Cisco untersucht noch verschiedene wichtige Konzepte5  wie Technologien, die die Arbeitslastmobilität zwischen den Cloud- und Fog-Plattformen unterstützen, basierend auf Richtlinien und den Fähigkeiten der zugrunde liegenden Infrastruktur. Die Firma untersucht auch noch Methodologien, Modelle und Algorithmen, um die Kosten und die Leistung durch Arbeitslastmobilität zwischen Fog und Cloud zu optimieren.

Wenn wir also nicht nah daran sind, dass Fog Computing voll etabliert ist, sollten wir es gerade völlig ignorieren?  Meine Antwort ist ein überzeugtes Nein. IT macht grundlegendere Änderungen durch, als je zuvor in seiner Geschichte und wird dies auch fortsetzen. Um in diesen dynamischen Zeiten erfolgreich sein, müssen IT-Organisationen einen Plan entwickeln, wie IT weiterhin das Unternehmen unterstützen wird.   Dieser Plan muss identifizieren, wo IT die Daten speichern wird, wie diese Daten gesichert werden, welche LAN- und WAN-Architekturen verwendet werden und wie das ganze verwaltet werden soll. Angesichts der Flüchtigkeit der Umgebung muss der Plan regelmäßig aktualisiert werden, um auftauchende Trends wie Fog Computing einzuschließen.

 

Ressourcen

  1. http://www.cisco.com/web/about/ac50/ac207/crc_new/university/RFP/rfp13078.html
  2. http://internetofeverything.cisco.com/
  3. Ein Exabyte ist 1018 Bytes
  4. http://www.cisco.com/c/dam/en/us/solutions/collateral/trends/tech-radar/tech-radar-trends-infographics.pdf
  5. http://www.cisco.com/web/about/ac50/ac207/crc_new/university/RFP/rfp13078.html
 
 
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