Technischer Anwendungsbericht: Sind Sie für die nächste Generation der Netzwerkverwaltung bereit? | enterprise.netscout.com

Technischer Anwendungsbericht: Sind Sie für die nächste Generation der Netzwerkverwaltung bereit?

Mit jedem Artikel verkündet die IT-Fachpresse kontinuierlich die Nachricht, dass sich die IT-Umgebung verändert. Eine übliche Reaktion auf diese Artikel ist: „Na und?“ Die IT-Umgebung ist ständig im Wandel. Wie unterscheidet sich dies von der Vergangenheit und was bedeutet es für IT-Experten heute und in der Zukunft?“

INHALT

  • Einleitung
  • Faktoren, die die Änderungen bewirken
  • Traditioneller Ansatz für die Netzwerkverwaltung
  • Aufkommende Rolle des Netzwerktechnikers
  • Zusammenfassung und Selbstprüfung

Einleitung

Dies ist das letztere von zwei Whitepapers. Das erste hatte den Titel „Warum sich die Netzwerktechnik ändern muss“1 Das Papier erkannte die übliche Dynamik der Veränderung in IT an und diskutierte einige im Gang befindliche Veränderungen, die erhebliche Auswirkungen auf die Netzwerktechnik haben. Manche Änderungen z. B. VoIP-Annahme oder Ethernet-Upgrades verändern die Rolle des Netzwerktechnikers nicht grundlegend. Aber es gibt eine Reihe von sehr großen Veränderungen, die die Rolle des Netzwerktechnikers deutlich ändern. Während die unten beschriebenen Änderungen das gesamte Spektrum der von Netzwerktechnikern ausgeführten Aufgaben beeinflussen, konzentriert sich dieses Papier darauf, wie diese Änderungen den traditionellen Ansatz der Netzwerkverwaltung beeinflussen und die Schwächen, die sie aufdecken.

Warum Network Engineering sich ändern muss1

Dieses Papier wird zudem die wichtigsten Merkmale eines neuen Ansatzes für die Netzwerkverwaltung beschreiben, die traditionelle Rolle eines Netzwerktechnikers mit der im Entstehen begriffenen Rolle vergleichen und eine Reihe von Fragen stellen, die die Netzwerkleiter und ihre direkt unterstellten Mitarbeiter zur Bewertung der Bereitschaft ihrer Organisation für die Netzwerkverwaltung in diesem Jahrzehnt und darüber hinaus verwenden können.

Faktoren, die die Änderungen bewirken

Drei Schlüsselfaktoren ändern die Rolle der IT-Organisationen und der Netzwerkverwaltung heute deutlich. Dazu gehören:

  • Der Druck, wirtschaftlichen Wert zu zeigen
  • Die wachsende Präsenz und die Bedrohung der öffentlichen Cloud-Services
  • Die Bewegung zu einer softwareorientierten IT-Funktion

Der Druck, wirtschaftlichen Wert vorzuweisen

Während IT-Organisationen schon immer unter dem Druck gestanden haben, wirtschaftlichen Wert zu zeigen, hat sich dieser Druck in den letzten Jahren intensiviert. Einer der Gründe für diesen Anstieg ist, dass Unternehmen selbst unter erhöhtem Druck stehen, zu wachsen und sich anzupassen. Laut Dr. Richard Foster von der Yale University2, ist das lange und robuste Leben des Geschäfts gefährdet. „Die durchschnittliche Lebensdauer eines S&P 500-Unternehmens ist im letzten Jahrhundert um mehr als 50 Jahre gesunken, von 67 Jahren in den 1920er Jahren auf nur 15 Jahre heute.“

Foster erklärte weiter: „Bis 2020 werden über drei Viertel der S&P 500 aus Unternehmen bestehen, von denen wir bis jetzt noch nicht gehört haben." Ein weiterer Grund für den erhöhten Druck, der im Bericht von 2014 Der Status des WAN3 hervorgehoben wurde, ist die Beziehung zwischen Leistung und Umsatz. Der Bericht enthielt Marktforschung, die zeigte, dass ein Unternehmen Umsatz und Kunden verliert, wenn die Leistung von einer oder mehreren geschäftskritischen Anwendungen mangelhaft ist.

Verhältnis zum Netzwerk-Management: Die geschäftlichen Auswirkungen einer gesunden Hochleistungs-Netzwerkinfrastruktur stehen in direkter Verbindung mit Umsatz und Kundenbindung. Wie weiter unten besprochen, macht es der herkömmliche Ansatz zum Netzwerk-Management einer IT-Organisation sehr schwierig, die Ursachen für Leistungsminderungen von Anwendungs- und/oder Netzwerkleistungen schnell zu identifizieren und zu beheben.

„Die Arbeit wird neue Qualifikationen im Allgemeinen und zusätzliche Programmierkenntnisse im Speziellen erfordern.“

Die wechselnde Rolle des IT- und Netzwerk-Profis5

Die wachsende Präsenz und die Bedrohung seitens der öffentlichen Cloud-Services

In der aktuellen Umgebung ist es üblich geworden, dass Unternehmen und Abteilungsleiter Dienstleistungen oder Anwendungen direkt erwerben, die sie entweder nicht von ihrer IT-Organisation oder nicht rechtzeitig oder auf kostengünstige Weise erhalten können. Dieses Phänomen wird durch die wachsende Präsenz der öffentlichen Cloud-Provider aktiviert und wird teilweise von den sich verändernden Erwartungen der Nutzer angetrieben. Anders als in der Situation vor fünf oder zehn Jahren haben die heutigen Mitarbeiter eines Unternehmens mittlerweile allgegenwärtigen Hochgeschwindigkeitszugang zum Internet, zu Hause und von einer Vielzahl von mobilen Geräten. Es gibt buchstäblich Hunderttausende von Anwendungen, die sie schnell kostenlos oder gegen geringe Kosten herunterladen können. Infolgedessen haben die Mitarbeiter ein hohes Maß an Erwartung für die Dienste, die sie erhalten, entwickelt – sei es von ihrer IT-Organisation oder von Dritten.

Verhältnis zum Netzwerk-Management: Da die Verwendung von öffentlichen Cloud-Services nicht verschwinden wird, müssen IT-Organisationen nun in der Lage sein, IT-Dienste zu verwalten, ob die Ressourcen, die diese Dienste unterstützen, unter ihrer Kontrolle oder unter der Kontrolle eines öffentlichen Cloud-Anbieters sind.

Der Trend in Richtung Software-orientierte IT-Funktion

Bis vor kurzem waren alle wichtigen Komponenten der IT-Infrastruktur hardwareorientiert. Diese hardwareorientierte Natur der Infrastruktur beeinflusste die Rolle des Netzwerktechnikers in jeder Phase des Lebenszyklus der Anlagen - von Beschaffung über Installation, Konfiguration, Verwaltung bis hin zur Problembehandlung. Beispielsweise erfordert ein traditionelles Rechenzentrum, das eine neue Dienstleistung implementiert, in der Regel neue Server und eine Reihe von Geräten, die Dienste der Schicht 4 bis Schicht 7 bieten, einschließlich Sicherheit und Optimierung. Diese Geräte müssen in der richtigen Reihenfolge miteinander verkabelt werden, mit Schnittstellen, die für jedes einzelne Gerät eindeutig sind.

Vor etwa fünf Jahren begannen IT-Organisationen, Server-Virtualisierung zu übernehmen, was den ersten Schritt auf dem Weg zu einer softwareorientierten IT-Funktion bedeutet. Heute haben die meisten IT-Abteilungen zusätzliche Formen der Virtualisierung eingeführt, die unter anderem die Virtualisierung von Geräten wie WAN Optimization Controller einschließt. Aber trotz des Widerstands gegen die Virtualisierung beginnt das Netzwerk jedoch, sich mit der beginnenden Annahme des Software Defined Networking (SDN) fundamental zu ändern.

Verhältnis zum Netzwerk-Management: In der traditionellen hardwareorientierten Umgebung werden Ressourcen wie Computer, Speicher und Netzwerke selten bewegt. In einer software-orientierten Umgebung werden diese Ressourcen bewegt, was das Netzwerk-Management, einschließlich der Überwachung und Problembehandlung, erheblich erschwert.

Der traditionelle Ansatz für die Netzwerkverwaltung

Ein wichtiges Merkmal des traditionellen Ansatzes für die Netzwerkverwaltung ist, dass die Netzwerktechniker sich nur auf die Netzwerkdomäne konzentrieren und dass sie eine Vielzahl von Werkzeugen verwenden, die sie entweder neu erworben oder kostenlos erhalten haben oder jene, die sie gewohnt sind zu verwenden. Angesichts der oben beschriebenen Veränderungen veraltet dieser Aspekt des traditionellen Netzwerkverwaltungsprozesses schnell. Jetzt finden sich IT-Organisationen herausgefordert, eine softwareorientierte IT-Umgebung mit traditionellen Werkzeugen effektiv zu überwachen und zu diagnostizieren.

Ein weiteres Merkmal des herkömmlichen Ansatzes für die Netzwerkverwaltung, das sich zu ändern beginnt, hat mehr mit der Kultur der IT-Organisation als mit den Werkzeugen zu tun. Wenn die Leistung einer Anwendung die Erwartungen nicht erfüllt, wird in vielen IT-Abteilungen angenommen, dass das Netzwerk die Schuld trifft. Die Voraussetzung, dass das Netzwerk immer der Schuldige ist, führt zu einer neuen Management-Metrik: der Durchschnittszeit zum Unschuldsnachweis (mean time to innocence = MTTI)4. Die MTTI ist die Zeit, die die Netzwerk-Organisation benötigt, um zu beweisen, dass das Netzwerk nicht die Leistungsminderung verursacht. Sobald diese Aufgabe vollendet wird, ist es üblich anzunehmen, dass eine andere Komponente von IT, z. B. die Server oder die Anwendungen die Schuld trägt. Dieser defensive und lineare Ansatz für die Netzwerkverwaltung wird der CYA-Ansatz genannt.

Die MTTI (Durchschnittszeit zum Unschuldsnachweis) ist die Zeit, die die Netzwerk-Organisation benötigt, um zu beweisen, dass das Netzwerk nicht die Leistungsminderung verursacht.

Zusätzlich zu dem erhöhten Zeitaufwand zum Identifizieren und Beheben von Problemen, umfassen weitere Einschränkungen des CYA-Konzepts für die Netzwerkverwaltung:

  • Es behebt nicht immer das Problem.
    Da der CYA-Ansatz sich auf die einzelnen Technologie-Domänen konzentriert, werden damit oft Probleme nicht identifiziert, die dadurch verursacht werden, dass fluktuierende Verzögerungen in mehreren Domänen die Leistungen einer Anwendung sporadisch verschlechtern.
  • Dies verstärkt das Bild von IT als reaktiv und kooperationsunwillig.
    Einer der Gründe, aus denen Geschäftsmanager und Abteilungsleiter eines Unternehmens die IT-Organisation umgehen, ist, dass sie die IT-Organisation schwer umgänglich finden. Wenn es sehr lange dauert, um Probleme zu beheben, verstärkt es dieses Stereotyp und das Bild von Organisationen als reaktiv und langsam.
  • Dies bringt die Karriere von Netzwerk-Ingenieure nicht weiter voran.
    Weil sich der CYA-Ansatz auf einzelne Technologie-Domänen konzentriert, hilft er den Netzwerk-Ingenieuren nicht, ihre geschäftsorientierten Fähigkeiten zu entwickeln, die den CIOs immer wichtiger werden. Darüber hinaus ist ein weiterer Grund, dass diese Methode eine Karrierebremse sein kann, dass die Zeit, die auf diesen Ansatz angewandt wird, die Netzwerktechniker am Erlernen neuer technischer Fähigkeiten hindert, wie zum Beispiel, die durch die Annahme von Cloud-Computing und die Bewegung zu mehr Abhängigkeit von Software erforderlich sind.

Die aufkommende Rolle des Netzwerktechnikers

Gemäß der Beschreibung in Die wechselnde Rolle des IT- und Netzwerk-Profis 5 verändert sich die Rolle des Netzwerktechnikers. In der Zukunft werden die Netzwerktechniker weniger Zeit mit den folgenden Aufgaben verbringen:

  • Testkonfigurationen
  • Problemlösung
  • Hardwarebereitstellung
  • CLI-Einträge und Scripting
  • Reaktive Verwaltungsaufgaben

Dementsprechend werden Netzwerktechniker mehr Zeit mit folgenden Aufgaben verbringen:

  • Geschäfts- und IT-Innovation
  • End-to-End-Architektur
  • Programmierung - API-basiert, nicht CLI
  • Umfassende Vertragsverwaltung
  • Proaktive Verwaltungsaufgaben

Die 2015 Anleitung für SDN und NFV 6 enthielt die Ergebnisse einer Umfrage, in denen die Befragten gebeten wurden, anzugeben, welche Auswirkungen auf ihre Arbeit aufgrund der laufenden Übernahme von software-basierter Funktionalität entweder bereits eingetreten waren, oder ihren Erwartungen gemäß auftreten würden. Ihre Antworten umfassten die folgenden:

  • Die Methoden zum Entwerfen, Implementieren und zur Fehlerbehebung von Netzwerken werden sich sehr ändern.
  • Die Arbeit wird neue Qualifikationen im Allgemeinen und zusätzliche Programmierkenntnisse im Speziellen erfordern
  • Neue Sicherheitsanforderungen werden eingeführt
  • Bei der Übernahme von DevOps sind breite Basiskenntnisse erforderlich
  • Es wird weniger Wert auf Technologie-Silos gelegt
  • Neue Architekturen müssen entwickelt werden
  • Es wird viel Umschulung und Umgruppieren stattfinden

Zusammenfassung und Selbstprüfung

Umgang mit aufstrebender Technologie ist normal für IT-Organisationen. Jedoch stellen die Breite und der Umfang der Veränderungen, die derzeit auf die IT-Organisationen wirken, mehr als nur die normale Tagesordnung dar. Sie repräsentieren eine grundlegende Verlagerung in der Funktion der IT-Organisation im allgemeinen und insbesondere in der Rolle des Netzwerktechnikers.

Die folgenden Fragen sollen dem Leser helfen, eine Selbstprüfung durchzuführen. Wo steht Ihr Unternehmen im Vergleich des Übergangs von dem traditionellen Ansatz zur Netzwerkverwaltung mit dem neuen Ansatz, der die heutigen geschäftliche Anforderungen erfüllt?

  1. Hat Ihre IT-Organisation einen gut verständlichen, integrierten Plan für die Entwicklung der Anwendungen, Computer, Speicher, Netzwerke und Sicherheit?
  2. Verfügt Ihr Unternehmen über einen gut verständlichen Plan, wie sich die Netzwerkverwaltung entwickeln wird, um auf die laufenden geschäftlichen und technologischen Änderungen zu reagieren?
  3. Verfügt Ihr Unternehmen über einen gut verständlichen Plan für die Entwicklung der Fähigkeiten seiner Netzwerktechniker?
  4. Beurteilt Ihr Unternehmen regelmäßig die Tools für die Netzwerkverwaltung und hat es ein Budget für Upgrades oder modernere Lösungen?
  5. Welche Bedeutung hat die Fähigkeit, Probleme zu beheben, wenn Ihre Organisation Entscheidungen trifft, neue Dienste wie öffentliche Cloud-Services oder SDN zu implementieren?
  6. Wie oft erkennt und beseitigt Ihr Unternehmen Probleme, bevor die Benutzer beeinträchtigt werden?
  7. In welchem Ausmaß hat Ihre Organisation einen CYA-Ansatz für die Netzwerkverwaltung, wobei jede Technologie-Domäne versucht zu beweisen, dass sie nicht die Ursache des Problems ist?

Wenn Sie eine der ersten vier Fragen mit Nein beantwortet haben oder mit den Antworten auf Fragen 5 bis 7 hadern mussten, sollte Ihre Organisation beginnen, umzudenken. Organisationen fordern eine mehr geschäftsorientierte Ausrichtung und Agilität von IT, und es obliegt den IT-Managern, eine proaktive Einstellung einzunehmen und diese Fragen anzugehen. Weitere Infos unter: Warum sich die Netzwerktechnik ändern muss

 
 
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